Internationales Projekttreffen in Caldas da Rainha, Portugal

Eine Gruppe des Studienseminars Hannover LbS und der BBS Burgdorf reiste Ende April nach Portugal, um am internationalen Projekttreffen im Rahmen des Wasserstoff-Netzwerks teilzunehmen. Unter dem Titel des Erasmus Plus-Projektes Excellence (Ex)-Network (N)-Vocational Education Sustainable Development (VESD) “Hydrogen - a future topic in excellent vocational education for sustainable development (EX-H2-VESD)“ trafen sich 53 Teilnehmende aus 9 europäischen Ländern. Gastgebende Einrichtung war das CFA Centro Oeste in Caldas da Rainha – eine koordinierende Bildungseinrichtung, die in ihrer Funktion mit einem Studienseminar vergleichbar ist.
Das Programm des ersten Projekttages war inhaltlich vielfältig: Die Bürgermeisterin von Caldas da Rainha, Conceição Henriques, eröffnete die Veranstaltung mit einem Plädoyer für die Verankerung von Energie- und Nachhaltigkeitsthemen in den Curricula. Prof. Rui Costa Neto von der Universität Lissabon präsentierte wissenschaftliche Erkenntnisse zu Wasserstofftechnologien und verglich verschiedene Antriebssysteme. Besonders eindrucksvoll war die Präsentation von Studierenden des Instituto Superior Técnico, die im Rahmen eines Formula-Student-ähnlichen Projekts ein wasserstoffbasiertes Fahrzeug entwickeln.
Am Nachmittag gestalteten Michael Barsikidis und Claus Joest den Workshop „Thinking with your hands – LEGO Serious Play". In gemischten, internationalen Gruppen entwickelten die Teilnehmenden kreativ und spielerisch eigene Visionen und Anwendungsmöglichkeiten von Wasserstoff im gesellschaftlichen Kontext. Im Vordergrund stand dabei nicht die technische Detailgenauigkeit, sondern das freie, spontane Denken: LEGO-Bausteine dienten als Medium, um Ideen greifbar zu machen, neue Perspektiven zu entfalten und den interdisziplinären Austausch zu fördern. Am Ende wurden alle Gruppenarbeiten zu einem gemeinsamen Gesamtmodell zusammengeführt – ein eindrucksvolles Bild der Ideenvielfalt und des Miteinanders. Der Workshop erwies sich als wertvolles Teambuilding-Tool und bildete einen gelungenen, kreativen Abschluss des ersten Veranstaltungstages.
Der zweite Arbeitstag startete mit einer gemeinsamen Plenumssitzung, in der Schulen aus verschiedenen Ländern ihre Projekte zu Elektromobilität und Wasserstofftechnologien vorstellten. Besonders überzeugend war der Beitrag einer estnischen Berufsschule, der durch klare Struktur und ausgeprägte Praxisnähe hervorstach. Parallel dazu arbeitete eine Gruppe unter der Leitung von Dr. Michael Scharp vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (Berlin) an der Entwicklung neuer Lernsituationen zum Thema Wasserstoff – unterstützt durch den gezielten Einsatz von KI-Werkzeugen wie ChatGPT. Mithilfe einer strukturierten Arbeitsmaske entstanden erste didaktische Konzepte, die innovative und zugleich praxistaugliche Unterrichtsansätze für die berufliche Bildung erproben.
Stefan Nowatschin informierte über den Stand des Netzwerks und kündigte für den Folgetermin im November 2026 die Beteiligung von Unternehmen aus dem Wasserstoffbereich an. Hervorgehoben wurden zudem neue internationale Partnerschaften, u. a. mit Brasilien, Australien, Thailand, Indien und Argentinien.
Portugal hinterließ bei allen Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck: herzliche Menschen, eine offene Zusammenarbeitskultur und eine inspirierende Lernumgebung – beste Voraussetzungen für eine langfristige internationale Partnerschaft.